Text
bezogen auf die Schwanzfotos
Schwänze
bedeuten mir nichts
Dass
Männer Schwänze tragen, bedeutet mir genauso wenig wie, dass
Frauen Vulven tragen. Mich interessiert nur, dass ich teilhaben darf an
Obszönitäten. Das heißt Unverwandtschaft. Dass Leute zueinander
unverwandt sind, das interessiert mich. Da Geschlechtsteile verborgen
werden, ist das unverwandte Öffnen eines Hosentürls also insofern
spannend, als es mir befiehlt, mich niederzuknien, um es zu lecken, wiewohl
es vielleicht dreckig ist, weil in der engen Dunstigkeit der Hose sich
besonders viel und schnell Bakterien und Keime vermehrten. Aber trotzdem
knie ich mich sofort nieder und lecke begierig, und flehe zudem um Prügel
während des Leckens, weil ich in die Unverwandtschaft aufgenommen
wurde dadurch.
Genauso ist es, wenn Tschnuggnall, der zwanzigjährige Singsieger
2003 des Fernsehens, über seien endlos langen Beine knallenge, extra
versaute Bluejeans zieht, um mich fertig zu machen. Er weiß genau,
dass er siegt, wenn er seine Beine spreizt ein paar Sekunden vor seinem
Auftritt, sodass ihm alle zuschaun können, wie er sich schämt,
sie zu spreizen, während ihm alle zuschauen dabei, und er unbeholfen
den Winkel anstiert, der den Verwandten an Unverwandtheit gerade noch
zumutbar scheint. Das interessiert mich, an dem um einige Grad wärmeren
Geheimnis im Schritt. Wie das ausschaut, ist mir egal komischerweise.
Da mich aber sämtliche Jeansboys der Erde niemals einweihen in ihre
Schritte, schmachte ich ewig und träume und würde alle Rutenschläge
auf mich nehmen, Tag für Tag festere, wenn auch nur einmal noch in
meinem Leben, ein Jeansboy sein Hosentürl wortlos öffnete, damit
ich seinen dampfenden Gestank gierig einatmen könnte da unten.
Ich vermute, dass einige andere Teile der Menschheit hinwiederum das Geschlechtsteil
der versauten Jeansboys selber ins Zentrum der Betrachtungen rückte,
weil - wie Grassl sagt - "die Sexualität jedes Menschen so individuell
ist, wie sein Fingerabdruck". Was sonst auch immer da wäre,
wo Eier und Schwanz angesetzt sind bei den Jüngelchens, ich würde
es mit Haut und Haar verschlingen, weil die Augen der Jünglinge so
herzzerreißend schmachten, flehen, angebetet, verehrt und genommen
zu werden, weil sie es nicht fassen können, was auf Erden sie hier
erwartete. Sie gießen ihren Liebreiz über uns, und in dem Moment,
sind wir vernichtet. So gerne vernichtet. Es vernichtet wahrscheinlich
anders, durch andere Fallen, als das Weibliche. Und dem bin halt ich verfallen.
Bitte sperrt mich in einen Keller, und züchtig mich kräftig
zweimal am Tag den ganzen Sommer hindurch!
Hermes
Phettberg in Einlösung des Gutscheines, der weiter in Kraft bleibt,
für den Jeansboys des 12.3.2002, vorgelegt in einem Mail vom 29.4.03
um 9:46 Uhr für www.frankgassner.org, geschrieben am Sa. 3.5.03 um
8:36 Uhr.
zur
Homepage von Hermes Phettberg
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